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Sounds of Shanghai
Das Duo You Lan trifft das Indigo Streichquartett

You Lan
•  Xu Feng Xia, guzheng
•  Gunda Gottschalk, Violine

Indigo
Heike Haushalter, Petra Stalz, Violinen,
•  Monika Malek, Viola,
•  Gesa Hangen, Violincello.
   
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Die Musikerinnen Xu Feng Xia und Gunda Gottschalk, die seit 1995 in dem Duo You Lan (dunkle Orchidee) zu­sam­men­ar­bei­ten verbindet eine musikalische Seelen­ver­wandt­schaft. Beide Künstlerinnen sind durch ihre klassische Aus­bildung mit ihrer jeweiligen Musiktradition sehr verwurzelt.
In der improvisierten Musik finden sie zu einer Musik­spra­che, in der sich die musikalischen Wurzeln zu einer eigen­willigen Ästhetik verbinden. Neben ihrer regen inter­natio­nalen Kon­zert­tä­tig­keit im Bereich der Improvisierten Musik be­schäf­ti­gen sich die beiden Künstlerinnen in diversen Zusam­men­hän­gen bereits mit Komposition.

 

 
 

Das von ihnen durchgeführte Projekt Sounds of Shanghai setzt sich mit chinesischer Kultur und ihrer Position in der westlichen Neuen Musik auseinander.

Für die Zusammenarbeit konnten sie das Wuppertaler Streich­quartett Indigo gewinnen, welches sich durch eine große ästhetische Bandbreite sowie die Offenheit für
im­pro­visierte Vorgänge auszeichnet. Indigo arbeitet in der Besetzung bereits seit 1992. Das Quartett realisiert Projekte im Jazz- und Rockbereich und spielt Neue Musik (auch Bühnenmusik und Uraufführungen).

Die Kompositionen von Xu Fengxia verarbeiten alte chi­ne­si­sche Kunstlieder zu einer neuen Klangwelt. Durch experi­men­telle Klangfarben, den Einsatz von Gesangsstimmen und frei improvisierte Teile gewinnen die überlieferten mu­si­ka­li­schen Themen eine Dimension, die sie über die 5.000 Jahre alte chinesische Musiktradition hinweg neu erfahrbar macht. In den für diese Besetzung gearbeiteten Stücken von Gunda Gottschalk entsteht eine westliche Sicht auf die chinesische Klassik. Mit der Verwendung von Ton­auf­nah­men aus Shan­ghai (traditionelle Musikhochschule, Strassen­geräusche und Tempelgesänge) sowie aleatorischer Prin­zi­pien des alten chinesischen Brettspiels Mah Jong werden chinesische Elemente seziert und neu eingepflanzt.

China, als ehrgeizige expandierende Wirtschaftsmacht und Investitionsmekka der kapitalistischen Welt, hat seine Po­si­tion auf dem Weltmarkt längst gefunden.
Im Zuge dieser Entwicklung wird es interessant, alte chi­ne­sische Traditionen hervorzuheben und auf Aktualität hin zu überprüfen, bevor sie vielleicht in dem Sog des Fortschritts untergehen...